Dynastie
Das Wort Dynastie stammt aus dem Altgriechischen „dynastes“ und bedeutet „herrschen“. Es bezeichnet ein Herrschergeschlecht oder Herrscherhaus, das in einem Land für einen längeren Zeitraum die höchste Fürstenwürde innehat. Als Beispiele seien die europäischen Königshäuser oder die chinesischen Kaiser genannt. Da man in der Regel ab drei herrschenden Fürsten von einer Dynastie spricht, ist ein charakteristisches Merkmal die Langfristigkeit.
Herrschergeschlechter
Die Herrschergeschlechter erreichen den eigenen Fortbestand auf vielfältige Weise, insbesondere durch vorausschauende Heiratspolitik und durch gelungene politische und wirtschaftliche Entscheidungen. Das Hauptziel dieser Politik ist die Gewährleistung einer lückenlosen Erbfolge, das heißt die Sicherung einer großen, herrschaftsfähigen Nachkommenschaft. Außerdem liegt es im Interesse des Herrscherhauses die politische Macht zu sichern und auszubauen.
Namensgebend für eine Dynastie ist entweder der Familienname, wie zum Beispiel der des britischen Königshauses „Windsor“ (1917-heute), oder der Name des Stammsitzes der Familie. So leitet sich der Name „Staufer“, ein mittelalterliches Herrscherhaus im 12. und 13. Jahrhundert, von der Burg Hohenstaufen ab. Gelegentlich wird die Dynastie auch nach deren Begründer benannt. Für das Haus der Ottonen (919-1024 n.Chr.) war Otto I. und für die Karolinger (751-911 n.Chr.) Karl der Große namensgebend.
Chinesische Geschichte
In der chinesischen Geschichte werden die Epochen nach den verschiedenen dynastischen Phasen eingeteilt und benannt. Man spricht zum Beispiel von der Ming-Dynastie (1368-1644 n.Chr.) oder der Han-Dynastie (202 v.Chr. – 6/9 n.Chr.).
Ebenfalls als Dynastien werden die Familien der Industriellen insbesondere der Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert bezeichnet. Darunter fallen beispielsweise die Unternehmerfamilien Krupp, Thyssen und Haniel. Der Untergang einer Dynastie markiert in der Geschichte eines Landes zumeist einen tiefen Einschnitt, etwa bei einer ungeklärten Nachfolgeregelung.